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Atomkraft hat keine Zukunft

In der heutigen Debatte im Landtag von Sachsen-Anhalt über die Zukunft der Atomkraft betont Kerstin Eisenreich, Sprecherin für Energiepolitik der Fraktion DIE LINKE:

„Immer wieder flammt in der Debatte um notwendige drastische Reduzierung von Treibhausgasemissionen zur Erreichung der Klimaschutzziele die Atomkraft als vermeintlicher Heilsbringer auf. Zwar entsteht bei der Stromerzeugung selbst kein CO2. Aber zur Wahrheit gehört dazu, dass der komplette Lebensweg betrachtet werden muss. Und der ist keineswegs CO2-frei. Insbesondere in Deutschland, wo die Energie für vorgelagerte Prozesse, z. B.  Uranabbau und Brennelementherstellung immer noch im Wesentlichen auch fossilen Brennstoffen, entstehen CO2-Emissionen. Diese entstehen auch beim Kraftwerksbau und -rückbau usw.

Dann wär da auch der Mythos, dass Strom aus Atomkraft günstig sei. Wenn man bedenkt, wie stark Atomstrom subventioniert wird, verwundert das nicht. Aber tatsächlich ist der Atomstrom im Europa der teuerste überhaupt, wie das Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme festgestellt hat. Damit ist er vor allem teurer als Strom aus Erneuerbaren.

Dann bleibt natürlich die bisher ungelöste Frage, wohin mit den radioaktiven Abfällen. Trotz einer fast 70-jährigen Geschichte der Kraftwerke, haben wir dieses Problem bisher nicht lösen können und die gegenwärtigen Prozesse zur Endlagersuche in Deutschland verdeutlichen dies. Vor diesem Hintergrund ist die Diskussion um eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in Deutschland geradezu absurd.

Dann wäre da noch die Sicherheit der Atomkraftwerke, insbesondere bei Naturkatastrophen oder Terrorangriffen, aber auch durch menschliches Fehlverhalten. Ist denn das menschliche Gedächtnis so kurz, dass Fukushima oder Tschernobyl schon wieder vergessen sind? Dabei sind diese beiden doch nur die Spitze eines Eisberges zahlreicher Zwischenfälle mit erheblichen Kontaminationen.

Die aktuelle Erderwärmung führt inzwischen zu Problemen beim Betrieb von Kernkraftwerken. So können die Flüsse, die zur Kühlung der Kraftwerke genutzt werden, ihre Kühlfunktion in den heißen Sommern nicht mehr ausreichend wahrnehmen, weil sie zu warm werden. Die Dürre vergangener Jahre hat in den Flüssen Niedrigwasser verursacht.

Der Fokus auf Atomkraft ist und bleibt ein Irrweg und blendet aus, dass wir die Energiewende mit erneuerbaren Energien vorantreiben müssen. Daran führt kein Weg vorbei. Aus unserer Sicht liegen keinerlei vernünftige Gründe zu einer Rückkehr zur Atomkraft vor. Deshalb sagen wir: Atomkraft – nein danke!“

Magdeburg, 18. November 2021