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Reparieren statt Wegwerfen – Reparaturbonus einführen!

Heute hat unsere energiepolitische Sprecherin Kerstin Eisenreich einen Antrag zur Einführung eines Reparaturbonus in den Landtag eingebracht:

„Allein in diesem Jahr fielen weltweit 57 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Jährlich steigt der anfallende Schrott von elektrischen und elektronischen Geräten um 3 bis 5 Prozent. Deutschland gehört dabei zu den Spitzenreitern mit 19,4 kg pro Einwohner*in und Jahr. Insgesamt werden nur etwa 17,5 Prozent des Elektroschrotts recycelt. Was für eine Verschwendung von Rohstoffen wie Metallen, Wasser, Chemikalien, von Energie und Arbeitskraft!

Geräte, die länger halten und repariert werden können, sind für viele Menschen nicht nur für den eigenen Geldbeutel, sondern auch aus Umweltschutzgründen wichtig. Zudem ist vielen Menschen gerade hier im Osten die Wertschätzung für die Produkte und die Arbeit zu ihrer Herstellung wichtig. Sie empfinden das Wegwerfen von Geräten als allerletzte Option.

Auf Landesebene sollten wir Rahmenbedingungen schaffen, um das Leben von Produkten zu verlängern. Der Reparaturbonus ist ein niedrigschwelliges Angebot für Verbraucher*innen, um mit einem möglichst einfachen, unbürokratischen und digitalem Antragsverfahren mehr defekte Produkte zu reparieren. Dabei sollen die Reparaturkosten in Höhe von 50 Prozent der Bruttoreparaturrechnung für ein Elektrogerät erstattet werden, maximal 100 Euro pro Verbraucher*in und Jahr.

Zur Abwicklung der Antrags- und Bewilligungsverfahren schlagen wir die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalts vor. Dazu bedarf es einer entsprechenden personellen, sächlichen sowie finanziellen Ausstattung. Der Reparaturbonus ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des regionalen Handwerks und regionaler Wirtschaftskreisläufe. Mit Verbraucher*innen-Schutz, Ressourcenschonung, Umwelt- und Klimaschutz, Wertschätzung von Produkten sowie Unterstützung des regionalen Handwerks sollten hinreichende Argumente genannt sein. Hier können alle nur gewinnen.“

Magdeburg, 15. Oktober 2021