Domo zeigt, dass aktive Industriepolitik nötig ist
Zur Übernahme von Domo betonen Wulf Gallert und Kerstin Eisenreich für die Fraktion Die Linke:
„Nach dem desaströsen Agieren des Domo-Mutterkonzerns bei den ostdeutschen Standorten drohte der gesamte Chemiepark Infra Leuna zu kippen. Die unverantwortliche Herbeiführung der Insolvenz durch Domo durch den Mutterkonzern hätten die Stoffverbünde im Chemiedreieck massiv getroffen. Diese Beschädigung der mitteldeutschen Chemieindustrie hat die belgische Konzernzentrale ganz offensichtlich bewusst in Kauf genommen. Die nun erfolgte Rettung durch die im Chemiepark ansässigen Unternehmen (Leuna Harze und Infra Leuna), die deshalb möglich geworden ist, weil das Land Sachsen-Anhalt über drei Monate eine Ersatzvornahme geleistet hat, führt zur Stabilisierung des gesamten Chemie-Clusters Mitteldeutschland.
Dem ehemaligen Mutterkonzern ist anzulasten, dass es, trotz der Übernahme, leider zu Entlassungen kommen wird. Die Landesregierung hat an dieser Stelle schlecht gehandelt, weil es dem Mutterkonzern möglich geworden ist, in dieser Art und Weise unverantwortlich zu handeln und das Land in die Pflicht einer Ersatzvornahme im Sinne der Gefahrenabwehr zu zwingen.
Im Interesse des Landes und der Beschäftigen vor Ort brauchen wir gesetzliche Regelungen, die zukünftig verhindern, dass sich Industrieunternehmen derartig verantwortungslos aus der Affäre ziehen können und die öffentliche Hand für die eigenen Fehlentscheidungen bezahlen lässt. Die Linke unterstützt die IGBCE sowie den Betriebsrat bei ihrem Kampf für sichere Arbeitsplätze und fordert von der Landesregierung endlich eine Gesamtkonzeption für das Chemiedreieck nach dem Weggang von Dow Chemical vorzulegen.“
Magdeburg, 1. April 2026
